Kurz gesagt: Ja, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt auch bei −15 °C zuverlässig – und mit der Chofu R290 in der 10-kW-Klasse sogar bis −25 °C Außentemperatur. Die Effizienz sinkt bei strengem Frost, das stimmt. Aber die wirklich kalten Tage sind selten: Der Großteil der Heizarbeit fällt bei 0 bis +8 °C an, wo die Wärmepumpe hocheffizient läuft. Entscheidend ist nicht der schlechteste Tag, sondern der Schnitt über die ganze Saison.
Die Sorge – und warum sie unbegründet ist
„Was, wenn es richtig kalt wird – funktioniert die Wärmepumpe dann überhaupt noch?” Das ist die häufigste Frage vor dem Umstieg. Und sie ist verständlich: Eine Heizung, die ausgerechnet bei Frost schwächelt, wäre ein Konstruktionsfehler. In Österreich kommt noch eine Schicht dazu – wer im Tiroler Oberland oder im Lungau wohnt, denkt bei „kalt” an andere Zahlen als jemand in Wien.
Die Entwarnung kommt aus der Physik. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe „erzeugt” keine Wärme – sie transportiert sie. Und Wärme steckt in Luft, solange diese über dem absoluten Nullpunkt liegt, also bei rund −273 °C. Luft mit −15 °C enthält im physikalischen Sinn jede Menge nutzbare Energie. Die Wärmepumpe hebt dieses Temperaturniveau mit einem Kältekreis auf das, was deine Heizkörper brauchen.
Das ist kein Marketing, sondern seit Jahrzehnten erprobte Technik – am eindrucksvollsten in Skandinavien: In Norwegen, wo es deutlich kälter wird als in Österreich, ist die Wärmepumpe die mit Abstand häufigste Heizung. Wenn sie dort funktioniert, funktioniert sie in Wien, Linz oder Innsbruck erst recht.
Was bei Kälte mit der Effizienz passiert
Ehrlich bleiben gehört dazu: Bei Frost sinkt die Effizienz. Je größer der Temperaturunterschied zwischen kalter Außenluft und warmem Heizwasser, desto mehr Strom braucht der Verdichter. Der COP – das Verhältnis von Wärme zu eingesetztem Strom – fällt.
Größenordnung: An einem milden Tag mit +7 °C arbeitet eine gut ausgelegte Wärmepumpe mit einem COP von 4 bis 5. Bei −7 °C sind es eher 2,4 bis 2,8, bei −15 °C noch rund 2. Das klingt nach einem deutlichen Einbruch – ist aber kein Problem. Warum, zeigt der nächste Abschnitt.
Die kalten Tage sind selten – darum zählt der SCOP
Hier ist der Denkfehler, der die meisten Sorgen verursacht: Man stellt sich den kältesten Tag des Jahres vor und rechnet das ganze Heizjahr so durch. Das wäre, als würdest du den Spritverbrauch eines Autos allein an einer Vollgas-Bergauffahrt bemessen.
In Wirklichkeit verteilt sich die Heizarbeit übers Jahr ganz anders. In einem typischen österreichischen Winter liegen die Außentemperaturen während der Heizsaison – außerhalb der Hochlagen – die meiste Zeit zwischen 0 und +8 °C. Tage mit −15 °C gibt es im Flachland nur eine Handvoll. Der allergrößte Teil der Heizenergie wird also genau in dem Temperaturbereich verbraucht, in dem die Wärmepumpe hocheffizient läuft.
Deshalb ist die richtige Kennzahl nicht der COP am schlechtesten Tag, sondern der SCOP – die saisonale Arbeitszahl über das gesamte Jahr. Die Chofu R290 erreicht bei 35 °C Vorlauf je nach Leistungsklasse einen SCOP von 4,3–4,6. Die wenigen Frosttage drücken diesen Schnitt nur minimal.
Auch für die Stromrechnung heißt das: Beim österreichischen Strompreis von rund 0,25 €/kWh kostet die Kilowattstunde Wärme an einem milden Tag (COP 4,18) etwa 6 Cent – und selbst am −15-°C-Tag (COP 2,08) nur rund 12 Cent. Zum Vergleich rechnet dir der Beitrag zum Stromverbrauch der Wärmepumpe die ganze Saison durch.
Österreichs Klimazonen: Wie kalt wird es bei dir wirklich?
Für die Auslegung zählt die Normaußentemperatur deines Standorts – also die tiefste Temperatur, für die das Heizsystem rechnerisch gerüstet sein muss. Österreich lässt sich grob in vier Klimazonen einteilen:
| Klimazone | Normaußentemperatur | Typische Regionen |
|---|---|---|
| Mild | −12 °C | Wien-Stadt, Nordburgenland |
| Standard | −14 °C | NÖ, OÖ, Steiermark, Kärnten (tiefe Lagen) |
| Kalt (voralpin) | −16 °C | Salzburg, Tirol (tiefe Lagen), Mühlviertel |
| Alpin (ab ca. 800 m) | −20 °C | Berggemeinden, Hochlagen Tirol/Vorarlberg/Kärnten |
Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Selbst die alpine Zone mit −20 °C liegt innerhalb des Betriebsbereichs der Chofu-Geräte – die R290 10-kW-Klasse läuft bis −25 °C, die kleineren R290-Modelle (4/6 kW) bis −20 °C, und die R32-Serie arbeitet sogar bis −29 °C (3-phasig −30 °C). Zweitens: In alpinen Lagen dauert die Heizsaison länger (rund 2.500 Vollbenutzungsstunden statt 1.800 in Wien) – die Anlage muss also nicht nur den kältesten Tag schaffen, sondern viele Monate effizient durchlaufen. Genau dafür ist die saubere Dimensionierung da.
Abtauen – was es ist und warum es normal ist
Ein Phänomen, das viele verunsichert: Im Bereich um 0 bis +5 °C, wenn die Luft feucht ist, bildet sich Reif am Verdampfer der Außeneinheit. Das ist physikalisch unvermeidbar – die Luftfeuchtigkeit gefriert an der kalten Lamellenfläche.
Die Wärmepumpe löst das selbst: In kurzen Abtauzyklen kehrt sie den Kreislauf für wenige Minuten um und bringt warmes Kältemittel durch den Verdampfer, das den Reif schmilzt. Danach heizt sie normal weiter. Du musst dafür nichts tun.
Zwei Dinge sind wichtig zu wissen: Erstens kostet das Abtauen ein wenig Effizienz – das ist im SCOP bereits eingerechnet. Zweitens ist gerade die feuchte Kälte um den Gefrierpunkt fürs Abtauen relevant – etwa im nebeligen Donautal –, nicht der trockene, klare Frost bei −15 °C in den Bergen. Eine vereiste Außeneinheit nach einem Abtauzyklus ist also kein Defekt, sondern bestimmungsgemäßer Betrieb.
Bivalenzpunkt und Heizstab – brauche ich den?
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe rechnerisch Unterstützung bekommen könnte – meist durch einen elektrischen Heizstab. Viele befürchten, dass dieser Heizstab im Winter ständig mitläuft und die Stromrechnung explodieren lässt.
Bei einer richtig dimensionierten Wärmepumpe passiert das kaum. Die Chofu R290 liefert ihre volle Nennleistung bis −7 °C – und arbeitet darunter weiter, in der 10-kW-Klasse bis −25 °C Außentemperatur. Für die milden und Standard-Lagen Österreichs (Normaußentemperatur −12 bis −14 °C) bedeutet das: Der Heizstab ist eine reine Reserve für absolute Ausnahmetage – kein Dauerläufer. In voralpinen und alpinen Lagen (−16 bis −20 °C) gilt das genauso, dort wird die Dimensionierung aber wichtiger: Die Geräteklasse muss zur Heizlast am Normtag passen, nicht zum Durchschnittswinter.
Die häufigste Ursache für einen viel zu oft laufenden Heizstab ist nämlich nicht das Klima, sondern eine unterdimensionierte oder schlecht eingestellte Anlage. Genau deshalb steht und fällt der Winterbetrieb mit der Auslegung.
Was die Chofu R290 im tiefen Frost leistet
Konkrete Werte des meistverkauften Modells (R290, 10-kW-Klasse) bei 35 °C Vorlauf – also im typischen Sanierungs- oder Neubaufall:
| Außentemperatur | Heizleistung | COP |
|---|---|---|
| +7 °C | 13,6 kW | 4,18 |
| +2 °C | 11,1 kW | 3,15 |
| −7 °C | 10,0 kW | 2,44 |
| −15 °C | 8,7 kW | 2,08 |
| −20 °C | 7,3 kW | 1,85 |
Selbst bei −20 °C – der Normaußentemperatur alpiner Lagen – macht die Chofu aus 1 kWh Strom noch 1,85 kWh Wärme – ganz ohne Heizstab. Und sie liefert dabei genug Leistung, um ein gut bis durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus warm zu halten. Die japanische Bauart ist auf raue Winter ausgelegt – Chofu baut Wärmepumpen seit Jahrzehnten für ein Land mit kalten, schneereichen Regionen. Für extreme Hochlagen, in denen es regelmäßig unter −20 °C hat, ist die R32-Serie mit ihrer Einsatzgrenze von −29 °C die Alternative – welche Serie wann passt, erklärt der Beitrag R290 vs. R32.
Worauf es bei der Auslegung ankommt
Damit der Winterbetrieb reibungslos läuft, kommt es auf drei Dinge an:
- Heizlastberechnung nach ÖNORM H 7500: Sie ermittelt, wie viel Leistung dein Haus am kältesten Tag wirklich braucht. Auf dieser Basis wird die Geräteklasse gewählt – nicht nach Bauchgefühl. Wie das geht, zeigt der Beitrag Heizlast berechnen fürs Einfamilienhaus.
- Richtige Klimazone: Die Normaußentemperatur ist regional festgelegt (siehe Tabelle oben, −12 bis −20 °C). Wer ein Haus auf 900 m Seehöhe mit dem Wiener Wert plant, dimensioniert daneben – und umgekehrt.
- Aufstellort: Die Außeneinheit braucht freien Luftzug und sollte nicht in einer Senke stehen, in der sich Kaltluft sammelt. Das Kondenswasser aus dem Abtauen muss frei ablaufen können – in schneereichen Lagen zusätzlich auf erhöhte Montage über der üblichen Schneedecke achten.
Alle drei Punkte sind Standard-Handwerk – aber sie entscheiden darüber, ob die Wärmepumpe im Februar souverän läuft oder ständig den Heizstab ruft.
Übrigens: Der Tausch des alten Öl- oder Gaskessels gegen eine Wärmepumpe wird in Österreich über die Bundesförderung „Kesseltausch 2026” mit 30 % der Kosten (bis 7.500 €) gefördert – plus Landesförderungen je nach Bundesland. Aktueller Stand: Das Bundes-Budget 2026 ist ausgeschöpft, neue Mittel kommen 2027; die Landesförderungen laufen teils weiter. Die Übersicht findest du unter Förderungen 2026.
Dein nächster Schritt
Der Winter ist für eine sauber geplante Wärmepumpe kein Ausnahmezustand, sondern Normalbetrieb. Die Frage ist nicht ob, sondern wie gut dimensioniert.
- Chofu R290 Serie ansehen – Betrieb bis −25 °C, volle Leistung bis −7 °C
- Wärmepumpen-Kalkulator – Heizlast und passende Geräteklasse für deine Klimazone
- Wärmepumpe im Altbau – funktioniert sie auch bei höheren Vorlauftemperaturen?
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Die Leistungs- und COP-Werte beziehen sich auf die 10-kW-Klasse der Chofu R290 im Auslegungsbetrieb. Die für dein Haus passende Geräteklasse ergibt sich aus der individuellen Heizlastberechnung.