Ratgeber 18. Juni 2026 5 Min. Lesezeit

Wärmepumpe & Stromtarif: günstig heizen in Österreich

Was eine Wärmepumpe im Betrieb kostet, hängt stark vom Stromtarif ab. Wärmepumpentarif, eigener Zählpunkt und der neue Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) ab April 2026 – so heizt du günstiger.

Chofu R290 Wärmepumpe vor einem österreichischen Haus mit Stromzähler, Symbolbild für Wärmepumpen-Stromtarife

Kurz gesagt: Was deine Wärmepumpe im Jahr kostet, hängt fast so stark vom Stromtarif ab wie vom Gerät. In Österreich gibt es spezielle Wärmepumpentarife, die im Schnitt rund 20 % günstiger sind als normaler Haushaltsstrom – Voraussetzung ist meist ein eigener, „unterbrechbarer” Zählpunkt. Dazu kommt seit 1. April 2026 der neue Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP): 20 % Rabatt auf das Netzentgelt, werktäglich wie am Wochenende von 10 bis 16 Uhr, von April bis September. Wärmepumpen-Haushalte gehören zu den größten Profiteuren.

Warum der Tarif fast so wichtig ist wie das Gerät

Bei der Wärmepumpe wird viel über COP, SCOP und Leistungsklassen gesprochen – zu Recht. Aber wenn die Anlage einmal läuft, entscheidet ein zweiter Faktor mit über deine Jahresrechnung: zu welchem Preis du den Strom beziehst.

Ein paar Größenordnungen zur Einordnung (Stand 2026):

  • Der Haushaltsstrompreis in Österreich liegt brutto bei rund 21 bis 25 Cent pro Kilowattstunde.
  • Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus verbraucht fürs Heizen typisch 3.000 bis 6.000 kWh pro Jahr zusätzlich.
  • Das ergibt grob 1.200 bis 1.600 € Stromkosten im Jahr – je nach Haus, Effizienz und eben Tarif.

Die letzten Worte sind der Hebel. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezugsweg liegen schnell ein paar Hundert Euro pro Jahr – ohne dass du irgendetwas am Gerät änderst.

Der Wärmepumpentarif: eigener Zähler, ~20 % günstiger

Viele österreichische Energieversorger bieten eigene Wärmepumpentarife an (etwa VERBUND). Die Idee dahinter: Strom, der ausschließlich in die Wärmepumpe fließt, wird über einen separaten Zählpunkt gemessen und günstiger abgerechnet als der normale Haushaltsstrom – im Schnitt rund 20 %.

So funktioniert es in der Praxis:

  • Beim Einbau wird für die Wärmepumpe oft ein eigener Stromkreis mit eigenem Zähler gelegt.
  • Dieser Zähler läuft als „unterbrechbare” Anlage: Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe zu definierten Zeiten kurz abschalten (mehr dazu gleich).
  • Im Gegenzug fällt das Netzentgelt niedriger aus – und genau das macht den Tarif günstiger.

Faustregel: Der separate Wärmepumpentarif lohnt sich meist ab etwa 3.000 kWh Jahresverbrauch, deutlich ab 5.000 kWh. Darunter kann die zusätzliche Zählpunktgebühr den Vorteil auffressen – dann ist ein guter einheitlicher Haushaltstarif unterm Strich besser. Hier hilft ein kurzer Vergleich auf einem unabhängigen Tarifrechner (z. B. der E-Control) oder ein Anruf beim Versorger.

Was „unterbrechbar” wirklich bedeutet

Das Wort klingt schlimmer, als es ist. „Unterbrechbar” heißt: Der Netzbetreiber kann die Wärmepumpe zu Spitzenlastzeiten für kurze Sperrzeiten vom Netz nehmen. Bei modernen Anlagen merkst du davon im Alltag nichts – aus zwei Gründen:

  1. Trägheit des Heizsystems. Eine Fußbodenheizung oder ein gut ausgelegter Heizkreis kühlt in einer kurzen Sperrzeit kaum messbar aus.
  2. Pufferspeicher. Mit einem Warmwasser- oder Heizungspufferspeicher überbrückt die Wärmepumpe Sperrzeiten locker und heizt danach nach.

Kurz: Für eine korrekt geplante Wärmepumpe ist die Unterbrechbarkeit ein guter Deal – du gibst ein bisschen Flexibilität ab und bekommst dafür dauerhaft ein niedrigeres Netzentgelt.

Neu ab April 2026: der Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP)

Hier kommt die wichtigste Neuerung – und sie spielt Wärmepumpen-Haushalten direkt in die Hände. Mit der Netzentgelt-Reform 2026 hat die Regulierungsbehörde E-Control den Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) eingeführt, umgangssprachlich auch „Sonnenrabatt” genannt.

Das Prinzip:

  • Von 1. April bis 30. September, täglich (auch am Wochenende) zwischen 10 und 16 Uhr, wird der Arbeitspreis im Netzentgelt um 20 % reduziert.
  • Hintergrund: In den Sommermonaten produzieren die vielen PV-Anlagen mittags besonders viel Strom. Der SNAP belohnt es, wenn du genau dann verbrauchst – das entlastet das Netz.
  • Voraussetzung ist ein Smart Meter, der deinen Verbrauch im Viertelstundentakt erfasst. Wer der Viertelstunden-Erfassung zugestimmt hat, bekommt den reduzierten Preis automatisch über den Netzbetreiber verrechnet – du musst nichts weiter tun. Ist die Viertelstunden-Messung noch nicht aktiv, lässt sie sich oft im Kundenportal des Netzbetreibers selbst freischalten.
  • Der Tarif gilt für Haushalte und Kleinbetriebe (Netzebene 7).

Und genau das ist der Punkt: Wärmepumpen-Haushalte gehören zu denen mit dem größten Sparpotenzial. Wenn du die Heizung – und vor allem die Warmwasserbereitung – in das Mittagsfenster legst, läuft die Wärmepumpe günstiger. Über ein Zeitprogramm in der Regelung lässt sich das einstellen; die Chofu-Steuerung CMR-4100 bringt so ein Zeitprogramm bereits mit.

Dynamische Tarife – nur etwas für aktive Steuerung

Neben den klassischen Wärmepumpen- und Haushaltstarifen gibt es dynamische (Spot-)Tarife, die dem Börsenstrompreis stündlich folgen. Wenn du den Verbrauch gezielt in die billigen Stunden legen kannst, ist das attraktiv – gerade in Kombination mit Pufferspeicher und Zeitsteuerung.

Aber Ehrlichkeit gehört dazu: Dynamische Tarife schwanken, und in teuren Stunden zahlst du mehr. Sie lohnen sich vor allem, wenn du bereit bist, den Verbrauch aktiv zu verschieben (oder das automatisieren lässt). Wer einfach nur „warm haben” will, fährt mit einem soliden Wärmepumpen- oder Haushaltstarif ruhiger.

Den größten Hebel hast du selbst: Effizienz + Eigenstrom

Der günstigste Tarif nützt wenig, wenn die Anlage viel Strom zieht. Zwei Dinge wirken stärker als jeder Tarifwechsel:

  1. Ein effizientes Gerät mit hohem SCOP. Je mehr Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht, desto kleiner die Rechnung. Wie sich Verbrauch und Jahresarbeitszahl konkret zusammensetzen, haben wir im Ratgeber zum Stromverbrauch durchgerechnet.
  2. Eigener PV-Strom. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde aus der eigenen Anlage kostet in der Erzeugung nur etwa 5 bis 8 Cent – statt 21 bis 25 Cent aus dem Netz. Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik ist deshalb ein eigener großer Hebel, den wir in einem eigenen Ratgeber behandeln. Mit dem SNAP-Mittagsfenster ergänzen sich PV und Wärmepumpe im Sommer besonders gut.

Wie die Chofu R290 dazu passt

Eine Chofu R290 spielt bei diesem Thema zwei Stärken aus:

  • Hohe Effizienz durch das natürliche Kältemittel Propan und einen modulierenden Inverter – das hält den Stromverbrauch und damit die Tarif-relevante Strommenge niedrig.
  • Sperrzeiten- und SNAP-tauglich in Kombination mit einem Pufferspeicher: Über das Zeitprogramm der CMR-4100-Steuerung lässt sich der Betrieb in günstige Fenster legen und über kurze Sperrzeiten hinweg überbrücken.

Welcher Tarif für dein Haus am besten passt, hängt von Verbrauch, Bundesland-Netzbetreiber und deinem Tagesablauf ab. Den Verbrauch schätzt du am schnellsten mit unserem Kalkulator ab – die Tarifwahl klären wir dann gemeinsam in der Beratung.

Dein nächster Schritt


Tarif- und Netzentgelt-Angaben Stand 2026 (Netzentgelt-Reform der E-Control, Sommer-Nieder-Arbeitspreis). Die verbindlichen Konditionen und das genaue Mittagsfenster legt dein Netzbetreiber fest – ein Blick ins Kundenportal oder ein kurzer Tarifvergleich lohnt sich vor der Entscheidung.

#Stromtarif#Netzentgelte#Wärmepumpentarif#SNAP#Betriebskosten

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