Kurz gesagt: Eine Chofu R290 Wärmepumpe verbraucht in einem typischen österreichischen Einfamilienhaus (140–180 m², Heizlast 6–10 kW) zwischen 5.000 und 7.500 kWh Strom pro Jahr – das entspricht bei 2026er Strompreisen rund 1.200–2.000 € jährlich. Mit eigener PV-Anlage lässt sich dieser Betrag um 30–60 % drücken, mit dynamischen Tarifen (aWATTar) zusätzlich 10–15 %.
Der Unterschied zwischen Prospekt und Praxis
“Jahresverbrauch 6.155 kWh” – das steht in den Chofu-ErP-Datenblättern für die AEYC-1250ZU3-CH (10 kW). Das ist ein präziser, aber fiktiver Wert: Er wurde in einem genormten Labortest mit durchschnittlichem Klimaprofil und einer Referenz-Heizkurve von 55 °C ermittelt.
In deinem Haus kann dieser Wert stimmen – oder er kann 20 % darunter bzw. über 30 % darüber liegen. Drei Faktoren entscheiden:
- Wie gut ist dein Haus gedämmt? (Heizlast pro m²)
- Mit welcher Vorlauftemperatur fährst du? (35 vs. 55 vs. 65 °C)
- Wie hoch ist dein Warmwasser-Bedarf? (1 bis 5 Personen)
Gehen wir das mit echten Zahlen durch.
Was die Chofu R290 laut Herstellerangabe zieht
Aus dem ErP-Datenblatt (durchschnittliches mitteleuropäisches Klimaprofil, ohne Warmwasser):
| Modell | Nennleistung | Vorlauf 35 °C – Jahresstrom | Vorlauf 55 °C – Jahresstrom | SCOP 35 °C | SCOP 55 °C |
|---|---|---|---|---|---|
| Chofu AEYC-1050ZU3-CH1 (10 kW) | 11 kW | ca. 4.900 kWh | ca. 6.293 kWh | 5,0 (A+++) | 3,6 (A++) |
| Chofu AEYC-1250ZU3-CH (10 kW) | 11 kW | ca. 4.850 kWh | ca. 6.155 kWh | 5,1 (A+++) | 3,7 (A++) |
Das sind Heizstromverbräuche – Warmwasserbereitung (ca. 500–1.500 kWh pro Jahr je nach Haushaltsgröße) kommt obendrauf.
Ein realistisches Rechenbeispiel: EFH 160 m² Sanierung
Gebäude:
- 160 m² beheizte Wohnfläche, Baujahr 1985, teilsaniert (Fenster, Dach gedämmt, Fassade nicht)
- Heizlast laut Berechnung: 8 kW bei −14 °C Normaußentemperatur
- Rechnerische Vorlauftemperatur: 55 °C (Heizkörper groß genug)
- 4-Personen-Haushalt
Erwarteter Jahresverbrauch (Heizstrom + Warmwasser):
| Position | Verbrauch |
|---|---|
| Heizen (SCOP 3,5) | ca. 5.500 kWh |
| Warmwasser | ca. 1.000 kWh |
| Gesamt | ca. 6.500 kWh |
Stromkosten bei 2026er Preisen (23–29 ct/kWh brutto, Durchschnitt AT):
- Mit 25 ct/kWh: 6.500 × 0,25 = 1.625 € pro Jahr
- Mit 29 ct/kWh: 6.500 × 0,29 = 1.885 € pro Jahr
Zum Vergleich: Die gleiche Gebäudehülle mit einer 4-Jahre-alten Gastherme käme 2026 auf ca. 2.400–2.600 € reine Gaskosten (bei ca. 10,9 ct/kWh und 22.000 kWh Jahresbedarf). Mit der Chofu sparst du also ca. 800–1.000 € pro Jahr – ohne Eigenstrom.
PV-Kombi: hier wird es richtig interessant
Eine Photovoltaik-Anlage mit 8–12 kWp passt thermisch gut zur Wärmepumpe. Entscheidend ist das Zusammenspiel:
- Heizstrom wird v. a. im Winter gebraucht, wo PV nur 20–30 % ihrer Jahresenergie liefert
- Warmwasser- und Übergangszeit-Strom (Frühjahr, Herbst) kommt dagegen oft aus der eigenen PV
- Sommerkühlung (wenn aktiviert) deckt sich sehr gut mit dem PV-Überschuss
In der Praxis sehen wir bei Kund:innen mit 10-kWp-PV-Anlage Eigenverbrauchsquoten der WP von 30–55 % – abhängig davon, wie schlau das Zusammenspiel geregelt ist (dazu gleich mehr). Das drückt den Strombezug vom Netz um denselben Prozentsatz.
Konkret für unser Beispielhaus: 6.500 kWh × 40 % Eigenverbrauch = 2.600 kWh aus PV = ca. 650 € jährliche Ersparnis zusätzlich.
SG-Ready und dynamische Tarife: 10–25 % mehr rausholen
Alle Chofu R290 Modelle sind SG-Ready (FAQ-Abschnitt Betrieb erklärt das im Detail) und haben eine Modbus-RTU-Schnittstelle. Beides öffnet zwei Sparhebel:
1. Laststeuerung bei PV-Überschuss
Deine PV-Anlage schiebt um 12:00 Uhr 8 kW Strom ins Netz, aber dein Haushaltsverbrauch liegt bei 0,5 kW. Standard-Wärmepumpe: reagiert gar nicht. SG-Ready-Wärmepumpe: kann per Signal (von einem PV-Manager wie Solar-Log, Fronius Smart Meter, Home Assistant, ioBroker) gezielt hochfahren und den Pufferspeicher laden. Aus dem Überschuss wird Wärme für später.
2. Dynamische Stromtarife
Tarife wie aWATTar HOURLY oder spot-basierte Angebote haben stündlich wechselnde Preise. An sonnigen Mittagen oder windigen Nächten fällt der Börsenstrompreis auf 1–5 ct/kWh, bei Knappheit steigt er auf 40+ ct/kWh. Mit einer schlauen Steuerung (z. B. Home Assistant Automation auf Modbus) heizt deine Wärmepumpe bevorzugt in günstigen Stunden und drosselt in teuren. Realistische Ersparnis: 10–15 %.
In Summe sind mit PV + SG-Ready + dynamischem Tarif 30–50 % geringere Stromkosten erreichbar – im Beispielhaus also runter von 1.625 € auf ca. 850–1.150 €.
Was den Verbrauch wirklich runterdrückt (und was nicht)
Deutliche Effekte:
- Niedrigere Vorlauftemperatur: 45 °C statt 55 °C = ca. 20 % weniger Stromverbrauch. Lohnt sich, wenn dein Haus es mitmacht.
- Hydraulischer Abgleich: erzwingt sauberen Volumenstrom, vermeidet Takten. 5–10 % weniger Verbrauch, oft gefördert.
- Pufferspeicher-Dimensionierung: passende 100–200 l glätten Betrieb, verhindern Kurz-Takte. 3–5 % Einsparung.
- Dachdämmung: wichtigste bauliche Maßnahme, reduziert Heizlast direkt. ROI meist 8–15 Jahre.
Überschätzte Effekte:
- “Wärmepumpe dauernd laufen lassen statt zu nachtabsenken” – in der Praxis hängt es am Gebäudetyp, oft ±2 %.
- “Raumtemperatur 1 °C senken” – bringt 5–6 %, aber wer friert freiwillig?
- “Super-Premium-Pufferspeicher” – Standardqualität reicht, Premium-Dämmung bringt <1 %.
Wie du deinen Verbrauch vor der Entscheidung abschätzt
Faustformel für ein Einfamilienhaus mit SCOP 3,5 und 55 °C Vorlauf:
Jahresstromverbrauch ≈ (Heizlast in kW × 2.000 h) ÷ SCOP + 1.000 kWh für Warmwasser
Beispiel: 8 kW Heizlast × 2.000 h = 16.000 kWh Wärmebedarf ÷ 3,5 = ca. 4.600 kWh Heizstrom + 1.000 kWh Warmwasser = 5.600 kWh gesamt.
Die 2.000-Stunden-Regel (Vollbenutzungsstunden Österreich) ist eine Näherung – exakt wird es mit einer richtigen Heizlastberechnung (dazu gleich unser Heizlast-Artikel).
Häufige Frage: Was ist bei −15 °C?
Die Chofu R290 liefert bei −15 °C Außentemperatur je nach Modell 6–8 kW Heizleistung mit einem COP von 1,4–1,8 (je nach Vorlauftemperatur). Das heißt: An den kältesten Tagen des Jahres (meist 5–15 Tage) steigt der Stromverbrauch pro Heizstunde um den Faktor 2–3 gegenüber milden Tagen. Über die gesamte Heizsaison gemittelt macht das aber nur einen Bruchteil des Jahresverbrauchs aus – weshalb der SCOP (Saisonwert) aussagekräftiger ist als einzelne Punktwerte.
Details und konkrete COP-Tabellen findest du in unserem FAQ-Abschnitt Technik.
Dein nächster Schritt
Wenn du konkret wissen willst, wie viel deine Chofu verbraucht, berechnen wir:
- Individuelle Heizlast nach DIN EN 12831
- Gerätewahl (4, 6 oder 10 kW; 230 V oder 400 V)
- SCOP-Prognose für deine Betriebsart
- Stromkosten-Prognose bei deinem Stromanbieter
Kostenlos, vor dem Angebot.
- Chofu R290 Serie – technische Daten aller Modelle
- FAQ zum Betrieb – inkl. PV, SG-Ready, Modbus
- Kostenlose Beratung – mit Stromkosten-Prognose
Quellen: Chofu ErP-Datenblätter (AEYC-1050ZU3-CH1, AEYC-1250ZU3-CH), österreichische Durchschnittsstrompreise April 2026, SCOP-Werte nach EN 14825 (durchschnittliches Klimaprofil).