Kurz gesagt: Die Heizlast eines Hauses ist die Wärmemenge in Kilowatt, die ein Heizsystem an dem kältesten typischen Tag (Normaußentemperatur, AT meist −12 bis −16 °C) liefern muss, um die Innenräume warm zu halten. Für ein typisches österreichisches EFH liegt sie zwischen 5 und 12 kW, abhängig von Baujahr, Größe und Sanierungsstand. Eine sauber berechnete Heizlast ist die Grundlage jeder vernünftigen Wärmepumpen-Auslegung – sie verhindert sowohl Über- als auch Unterdimensionierung.
Warum diese eine Zahl alles entscheidet
Stell dir vor, du kaufst ein Auto, ohne zu wissen, wie weit du damit fahren willst. Genau das passiert, wenn jemand “irgendeine 10-kW-Wärmepumpe” empfiehlt, ohne die Heizlast zu kennen. Die Konsequenz: entweder dauerhaft zu klein (Bivalenzbetrieb mit Elektro-Zusatzheizung, schlechter SCOP, hohe Stromrechnung) oder zu groß (taktet ständig, verschleißt schneller, höhere Anschaffung).
Die Heizlast nach DIN EN 12831 (in Österreich gleichbedeutend mit ÖNORM EN 12831) ist die normgerechte Methode, diese Zahl zu ermitteln. Wir erklären sie hier in zwei Schritten: erst die 5-Minuten-Schätzung, dann was die Profi-Berechnung darüber hinaus liefert.
Die 5-Minuten-Schätzung: Faustformel nach Baualter
Diese Tabelle ist deine grobe Orientierung. Sie ersetzt keine echte Berechnung – aber sie reicht, um dich nicht über den Tisch ziehen zu lassen, wenn jemand “10 kW für 100 m²” empfiehlt.
| Baualter / Dämmstandard | Spezifische Heizlast | Beispiel: 150 m² EFH |
|---|---|---|
| Vor 1970 (unsaniert) | 100–150 W/m² | 15–22 kW |
| 1970–1980 (unsaniert) | 90–120 W/m² | 13,5–18 kW |
| 1980–1995 (unsaniert) | 70–90 W/m² | 10,5–13,5 kW |
| Vor 1995, teilsaniert (Fenster + Dach) | 50–70 W/m² | 7,5–10,5 kW |
| Vor 1995, vollsaniert (Fassade + Fenster + Dach) | 35–50 W/m² | 5,2–7,5 kW |
| 1995–2010 (Standard) | 50–70 W/m² | 7,5–10,5 kW |
| Nach 2010 (Niedrigenergie) | 30–50 W/m² | 4,5–7,5 kW |
| Nach 2015 (Passivhaus-nah) | 15–30 W/m² | 2,3–4,5 kW |
So rechnest du:
- Beheizte Wohnfläche in m² nehmen (nicht: Brutto-Hausfläche, sondern was wirklich beheizt wird)
- Mit dem mittleren W/m²-Wert deiner Kategorie multiplizieren
- Ergebnis durch 1.000 = Heizlast in kW
Beispiel: 145 m² beheizte Fläche, Baujahr 1978, Fenster + Dach gedämmt → 60 W/m² × 145 m² = 8.700 W ≈ 8,7 kW Heizlast. Empfohlene Wärmepumpenleistung: 8 oder 10 kW – nicht 16.
Warum Ölverbrauch × Heizwert nicht gleich Heizlast ist
Eine häufige (und leider falsche) Methode: “Wir haben letztes Jahr 2.500 l Öl verbraucht. 1 l Öl = 10 kWh, also 25.000 kWh Wärmebedarf. Bei 2.000 Volllaststunden brauche ich also 12,5 kW Wärmepumpe.”
Das überschätzt deine Heizlast meistens um 20–40 %. Gründe:
- Ölheizungen laufen mit niedrigem Jahresnutzungsgrad (oft nur 80–85 %) – ein Teil deiner 25.000 kWh ist Verlust im Schornstein und bei der Speicherbereitstellung
- Vollbenutzungsstunden in Österreich liegen eher bei 1.800–2.200, nicht immer 2.000
- Warmwasserbereitung ist meist enthalten, sollte aber separat gerechnet werden
- Ölthermostate haben oft hohe Toleranzen (“ein bisschen wärmer machen schadet nicht”)
Wenn du nur diese eine Zahl hast, ist die Faustformel-Tabelle oben der bessere Startpunkt. Die exakte Heizlast bekommst du nur über eine Gebäudeaufnahme.
Was die Profi-Berechnung darüber hinaus liefert
Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist mehr als ein Excel-Sheet. Sie liefert:
- Raum-für-Raum-Heizlast – sagt dir, welcher Heizkörper in welchem Raum wie groß sein muss (oder ob er reicht)
- Auslegungs-Vorlauftemperatur – die rechnerische Vorlauftemperatur bei Normaußentemperatur. Entscheidet über Förderfähigkeit (Bund will ≤ 55 °C)
- Hydraulische Daten – Volumenströme, Druckverluste, Pumpendimensionierung
- Sanierungs-Sensitivität – “wenn du Fenster tauschst, sinkt deine Heizlast um X kW”
Bei uns ist eine vollständige Heizlastberechnung kostenloser Bestandteil des Angebots – du bekommst sie in lesbarer Form (PDF, ca. 8–12 Seiten) und kannst damit auch Konkurrenzangebote sauber vergleichen.
Was du dafür liefern musst:
- Grundriss (auch handgezeichnet, mit Maßen)
- Baujahr, Sanierungsmaßnahmen, U-Werte falls bekannt
- Aktuelles Heizsystem (Brennstoff, Verbrauch, Vorlauftemperatur an der Heizung)
- Heizkörper-Liste (Art, Größe pro Raum) – Foto reicht oft
Der häufigste Dimensionierungs-Fehler Nummer 1: zu groß
Klassische Falle in Österreich: “Die alte Ölheizung hatte 24 kW, also brauchen wir mindestens 16 kW Wärmepumpe.” Falsch. Die alte Heizung war fast immer überdimensioniert.
Was bei zu großer WP passiert:
- Kurze Taktzyklen statt durchlaufendem Inverter-Betrieb → Verschleiß steigt
- Schlechterer SCOP in der Übergangszeit (Frühling/Herbst) – die WP arbeitet ständig im untersten Modulationsbereich
- Höhere Anschaffungskosten für Gerät und Pufferspeicher
- Weniger Förderung pro € (weil der absolute Förderbetrag gedeckelt ist)
Faustregel: lieber 1 Größe kleiner als rechnerisch nötig, wenn dein Inverter modulieren kann (Chofu R290 moduliert auf ca. 30 % der Nennleistung). Die fehlenden Watt liefert die Wärmepumpe an wenigen Tagen über eine kurze Spitzenheizungs-Aktivierung – energetisch besser als chronisch übergroß zu fahren.
Der häufigste Fehler Nummer 2: zu klein
Selten, aber gefährlich: Wer aus Kostengründen “die kleinste passende WP” wählt, riskiert dauerhaften Bivalenzbetrieb (Elektroheizstab läuft mit). Pro Grad Außentemperatur unter dem Auslegungspunkt steigt der Elektrostab-Anteil – und mit ihm die Stromrechnung.
Sinnvoll dimensioniert ist eine WP, wenn der Bivalenzpunkt unter −5 °C liegt. Dann läuft sie 95+ % der Heizsaison ohne Elektrozusatz.
Der Sonderfall: stufenweise Sanierung
Viele Eigentümer:innen sanieren Gebäudehülle und Heizung in Etappen. Das macht Sinn – aber stellt eine Heizlastberechnung vor eine Frage: Berechnen wir auf Heute oder auf nach der Sanierung?
Unsere Empfehlung: auf den Zustand nach Heizungstausch rechnen, also Dämmstand “Heute” – mit dem Hinweis, welche zusätzlichen Maßnahmen die Heizlast später um wie viel senken würden. So bekommst du heute ein passendes Gerät, das auch nach späterer Dämmung im optimalen Modulationsbereich arbeitet (Inverter-WPs lieben das).
Heizlast → Modellwahl bei Chofu R290
Aus der berechneten Heizlast leitet sich direkt die Modellwahl ab:
| Heizlast | Empfohlene Chofu R290 Modelle |
|---|---|
| 3–5 kW | R290 4 kW (AEYC-0449ZU) |
| 5–8 kW | R290 6 kW (AEYC-0649ZU) |
| 7–11 kW | R290 10 kW (AEYC-1049ZU oder 380 V Variante) |
| 11–14 kW | R290 10 kW + Pufferspeicher 200 l, alternativ R32 12/16 kW als Auslaufoption |
Bei Heizlasten unter 4 kW lohnt oft der Schritt zu vorheriger thermischer Sanierung – die Förderung “Sanierungsbonus” greift hier sehr gut.
Dein nächster Schritt
Wenn du eine sauber berechnete Heizlast für dein Haus willst – ohne Verkaufsdruck und ohne Kosten:
Wir brauchen nur 5 Minuten Daten von dir, melden uns innerhalb eines Arbeitstages mit Rückfragen – und liefern die Berechnung in der Regel innerhalb einer Woche.
Berechnung erfolgt nach ÖNORM EN 12831-1 in Verbindung mit den klimatischen Standard-Auslegungsdaten der österreichischen Bundesländer (z. B. Wien −12 °C, Salzburg −13 °C, Innsbruck −14 °C, höhere Lagen bis −16 °C).