Ratgeber 15. April 2026 6 Min. Lesezeit

Wärmepumpe im Altbau – funktioniert das wirklich?

Hohe Vorlauftemperaturen, alte Heizkörper, Dämmung: die häufigsten Altbau-Einwände im Realitätscheck – und wie du in 15 Minuten selbst herausfindest, ob eine Wärmepumpe funktioniert.

Saniertes Landhaus in Österreich mit Chofu R290 Wärmepumpe im Garten bei frühlingshaftem Licht

Kurz gesagt: Ja, eine Wärmepumpe funktioniert in den allermeisten österreichischen Altbauten – und zwar auch ohne Fußbodenheizung und oft ohne Heizkörpertausch. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, mit der dein Haus warm wird. Unter 55 °C ist problemlos, bis 65 °C gut, bis 75 °C noch sinnvoll machbar. Den ehrlichen Check machst du in einer Viertelstunde selbst – Anleitung weiter unten.

Der Mythos, der sich hartnäckig hält

Wer sich als Altbau-Besitzer in Österreich nach einer Wärmepumpe erkundigt, bekommt oft den gleichen Satz zu hören: “Das geht bei dir nicht, du brauchst Fußbodenheizung.” Der Satz ist gut gemeint – und meistens falsch.

Er stammt aus einer Zeit, als Wärmepumpen tatsächlich nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen effizient gearbeitet haben. Das hat sich geändert. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel R290 schaffen Vorlauftemperaturen bis 75 °C – genug, um auch 1970er-Gussheizkörper ohne Austausch zu bedienen.

Trotzdem: Blindkauf bleibt gefährlich. Ein paar Minuten Vorbereitung sparen dir später böse Überraschungen. Gehen wir das strukturiert durch.

Die einzige Zahl, die wirklich zählt: die Vorlauftemperatur

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Als Faustregel: Pro 10 °C mehr Vorlauf verlierst du etwa 20–25 % Effizienz (COP). Das bedeutet in der Praxis:

VorlauftemperaturTypischer EinsatzbereichChofu R290 SCOP-Klasse
35 °CNeubau, FußbodenheizungA+++
45 °CGuter SanierungsstandardA++ bis A+++
55 °CAltbau mit großen Heizkörpern oder FlächenheizungA++
65 °CKlassischer Altbau mit RippenheizkörpernA++ (im kalten Bereich auch A+)
75 °CUnsanierter Altbau, kleine alte Heizkörpermöglich, aber Grenzbereich

Das Entscheidende an dieser Tabelle: Die rechnerische Vorlauftemperatur deines Hauses bei der Normaußentemperatur (in Österreich je nach Region −12 bis −16 °C) ist der Referenzwert – nicht das, was auf einem sonnigen Herbsttag reicht.

Und dieser Wert liegt bei vielen Altbauten deutlich niedriger als angenommen. Warum? Weil die Heizungen früher oft großzügig auf 70 oder 80 °C ausgelegt wurden, obwohl 55–65 °C längst reichen würden. Kurz: Viele Häuser arbeiten seit Jahren im Zweifelsbereich – brauchen es aber gar nicht.

Der 15-Minuten-Selbsttest: drehe deine Heizung runter

Bevor du weiterrecherchierst, mach diesen einen Test. Er ist kostenlos, dauert 15 Minuten Arbeit plus einen Abend Beobachtung und sagt dir fast alles, was du wissen musst.

  1. Stelle deine Ölheizung oder Gastherme auf maximal 55 °C Vorlauftemperatur (oft als “Maximaltemperatur Heizkreis” oder “Soll-Vorlauf” bezeichnet). Wähle einen richtig kalten Tag: idealerweise unter 0 °C.
  2. Öffne alle Thermostatventile voll auf, damit das Wasser ungehindert zirkuliert.
  3. Warte 4–6 Stunden und prüfe dann in jedem Raum, ob die gewünschte Temperatur gehalten wird. Ein Thermometer hilft – das subjektive Gefühl täuscht.

Bleibt es in allen Räumen warm? Dein Haus ist wärmepumpenreif – und zwar uneingeschränkt. Der Rest ist Planung und Geräteauswahl.

Wird es in einzelnen Räumen zu kühl? Die sind deine Baustellen. Oft reicht dort ein größerer Heizkörper (nicht zwingend ein kompletter Tausch der ganzen Anlage) oder mehr Zirkulation. Details dazu gleich.

Was die Chofu R290 im Altbau tatsächlich leistet

Zur Orientierung konkrete Werte aus unserem meistverkauften Modell (R290, 10 kW Klasse) im kalten Betriebsbereich – also dort, wo es zählt:

AußentemperaturVorlauf 55 °CVorlauf 65 °C
+2 °C7,9 kW · COP 2,60ca. COP 2,2
−7 °C6,8 kW · COP 1,87ca. COP 1,7
−15 °C6,1 kW · COP 1,6ca. COP 1,4
−20 °C5,5 kW · COP 1,62ca. COP 1,4

Das heißt: Selbst bei −15 °C und 65 °C Vorlauf liefert die Chofu noch 1,4 kWh Heizleistung pro 1 kWh Strom – ohne Elektro-Zusatzheizung. Bei milderen Wintertagen, wo der Großteil der Jahresheizarbeit anfällt, liegt der COP deutlich höher.

Für Österreich mit einer Normaußentemperatur von meist −12 bis −14 °C und einer Heizsaison von Oktober bis April ergibt das einen realistischen SCOP zwischen 2,6 und 3,2 bei Altbau-Vorlauftemperaturen.

Heizkörper: tauschen oder lassen?

Hier ist die erfreuliche Nachricht für Altbau-Besitzer: Gussheizkörper sind oft besser als ihr Ruf. Sie haben große Wasserinhalte und große Oberflächen – beides hilft der Wärmepumpe. Das Problem sind meist nicht die Heizkörper selbst, sondern:

  • Zu kleine Einzelheizkörper in einzelnen Räumen (häufig Bäder und kleine Schlafzimmer)
  • Thermostatventile, die zu früh zudrehen und damit den Mindestvolumenstrom unterschreiten
  • Zu eng eingestellter hydraulischer Abgleich

Die gute Nachricht: Alle drei Probleme sind gezielt und günstig lösbar, ohne dass du die gesamte Heizung neu machen musst. Ein einzelner größerer Heizkörper im Schlafzimmer kostet 150–300 € Material plus Installation. Der hydraulische Abgleich ist oft sogar förderfähig.

Mehr Details zur Heizkörperfrage im FAQ-Abschnitt Installation – dort gehen wir konkrete Kombinationen durch.

Die 55-Grad-Falle bei der Förderung

Ein Punkt, den viele übersehen – und der Blindkauf besonders schmerzhaft machen kann: Die österreichische Bundesförderung “Raus aus Öl und Gas” (bis 7.500 €) setzt eine maximale Auslegungs-Vorlauftemperatur von 55 °C voraus. Das klingt strenger als es ist, hat aber zwei wichtige Konsequenzen:

  1. Die Wärmepumpe muss für 55 °C ausgelegt werden, auch wenn sie technisch mehr könnte. Du kannst eine Chofu R290 bekommen, die bis 75 °C kann – und sie trotzdem mit 55 °C Auslegungstemperatur planen, wenn dein Gebäude das zulässt.
  2. Der Selbsttest weiter oben ist damit auch dein Förder-Check. Wenn dein Haus mit 55 °C warm wird, erfüllst du die Förderbedingung automatisch.

Für Häuser, bei denen 55 °C wirklich nicht ausreichen, bleibt die Wärmepumpe technisch weiter möglich, die Bundesförderung aber fällt teilweise oder ganz weg. In dem Fall lohnt ein Blick auf Landesförderungen (Tirol, Wien und Kärnten fördern auch höhere Vorlauftemperaturen) – siehe unsere Übersicht der Förderungen 2026.

Wann es wirklich nicht funktioniert – die ehrliche Liste

Es gibt Fälle, in denen wir vom Umstieg auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe abraten. Zur Ehrlichkeit gehört auch, sie zu nennen:

  • Kein zentrales Heizsystem: Einzelöfen pro Raum, keine durchgängige Rohrverteilung. Hier ist der Aufwand zu hoch – erst Zentralheizung einbauen, dann Wärmepumpe.
  • Nachtspeicher-Systeme: Das sind Elektro-Direktheizungen, keine Wasser-geführten Systeme. Komplett anderes Konzept, kein Tausch 1:1 möglich.
  • Extreme Vorlauftemperatur über 75 °C rechnerisch notwendig: Kommt in der Praxis selten vor, meist ist das ein Planungsproblem. Aber ein 60-m²-Raum mit einem einzigen 10-Jahre-alten 600 × 400 mm Heizkörper kann so ein Fall sein.
  • Keine 230-V-Steckdose oder kein 400-V-Anschluss im Heizraum: Elektroinstallation muss passen. Kein K.O.-Kriterium, aber Zusatzkosten.

In allen anderen Fällen – und das sind erfahrungsgemäß über 90 % der österreichischen Altbauten – lohnt sich der ehrliche Check.

Dein nächster Schritt

Wenn dein Selbsttest gut verlaufen ist, ist der sauberste nächste Schritt eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Sie sagt dir auf 0,5 kW genau, welche Leistungsklasse du brauchst – und welche Auslegungstemperatur sinnvoll ist.

Wir machen diese Berechnung für unsere Kunden kostenlos, bevor ein Angebot überhaupt erstellt wird. Dazu brauchen wir von dir nur die Basisdaten zum Haus (Größe, Baujahr, letzte energetische Maßnahmen) und einen groben Heizkörper-Überblick.

Jetzt passend für deinen Altbau:


Letzter Hinweis: Die Bundesförderung 2026 wird dieses Jahr laut Sanierungsoffensive voraussichtlich schon vor dem Herbst ausgeschöpft sein. Wer umsteigen will, sollte die Registrierung (mit Energieberatungsprotokoll) bis spätestens Mai/Juni einplanen – danach wird es eng.

#Altbau#Sanierung#R290#Vorlauftemperatur#Heizkörper

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